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Vitamin D

Speziell für Patienten mit Parodontitis

Alle Inhalte auf einen Blick Anzeigen

Grundlagen

Warum ist Vitamin D ein Thema in der Zahnmedizin?

Vitamin D ist ein zentraler Baustein für gesunde Zähne, stabiles Zahnfleisch und einen kräftigen Kieferknochen. Es erfüllt im Körper mehrere wichtige Aufgaben:

  • Unterstützung der Calciumaufnahme
  • Aufbau und Erhalt von Knochen und Zahnhartsubstanz
  • Stärkung des Immunsystems
  • Regulation von Entzündungsprozessen

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. Vitamin D unterstützt das Immunsystem und den Knochenstoffwechsel. Ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel kann daher die parodontale Gesundheit positiv beeinflussen.

Vitamin-D-Mint-Room_Zahnarztpraxis

Versorgungslage in Deutschland

Vitamin-D-Unterversorgung ist in Deutschland sehr verbreitet.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gilt:

  • 30,2 % der Deutschen haben einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel
    Serumwert unter 12 ng/ml
  • 61,6 % der Bevölkerung sind nicht ausreichend versorgt
    Serumwert unter 20 ng/ml, also unterhalb des empfohlenen Grenzwertes

Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung erreicht wirklich optimale Vitamin-D-Werte (Optimaler Bereich 30-50ng/ml (75-125nmol/l))

Warum kommt es so häufig zu einem Mangel?

Vitamin D wird überwiegend durch Sonnenlicht in der Haut gebildet.

In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung dafür jedoch:

  • nur wenige Monate im Jahr aus (Mai bis September)
  • wird durch viel Aufenthalt in Innenräumen eingeschränkt
  • kann über die Ernährung allein kaum ausgeglichen werden

Deshalb entwickeln viele Menschen – oft unbemerkt – zu niedrige Vitamin-D-Spiegel.

Risikogruppen

Wer ist besonders häufig von Vitamin-D-Mangel betroffen?

Zu den typischen Risikogruppen gehören:

  • Säuglinge, Schwangere und Stillende
  • übergewichtige und adipöse Menschen
  • Menschen, die täglich Sonnencreme verwenden
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe in nördlichen Breitengraden
  • Personen, die sich aus religiösen Gründen bedecken
  • Menschen über 65 Jahre
  • Personen mit überwiegendem Aufenthalt in Innenräumen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Personen mit regelmäßiger Einnahme bestimmter Medikamente

Medikamente als Risikofaktor

Einige Medikamente können den Vitamin-D-Verbrauch erhöhen oder den Stoffwechsel beeinträchtigen, zum Beispiel:

  • Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
  • Glucocorticoide (z. B. Prednisolon, Dexamethason)
  • HIV-/AIDS-Medikamente (z. B. Ritonavir, Efavirenz, Saquinavir)
  • Bestimmte Herzmedikamente (z. B. Spironolacton)
  • Krebsmedikamente (z. B. Tamoxifen, Paclitaxel u. a.)
  • Calciumantagonisten (z. B. Nifedipin)
  • Antimykotika (z. B. Clotrimazol)
  • Antiandrogene (z. B. Cyproteronacetat)

Wichtige medizinische Zusammenhänge

  • Ein Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für Bluthochdruck erhöhen.
  • Bei HIV-Erkrankungen ist der Vitamin-D-Verbrauch oft gesteigert.
  • Bei Therapie mit Bisphosphonaten kann ein Mangel
    • die Wirkung vermindern
    • und Nebenwirkungen verstärken.
  • Auch bei Antikörpertherapien in der Krebstherapie kann ein Vitamin-D-Mangel die Wirksamkeit reduzieren.

Chronische Erkrankungen als Risikofaktor

Menschen mit chronischen Erkrankungen haben häufig:

  • einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf
  • eine verminderte Aufnahme
  • oder einen gesteigerten Verbrauch

Daher ist hier eine regelmäßige Kontrolle besonders sinnvoll.

Kontraindikationen

Eine Vitamin-D-Supplementierung sollte nur nach Rücksprache erfolgen bei:

  • Einnahme von Herzglykosiden
  • Hyperparathyreoidismus
  • deutlich eingeschränkter Leberfunktion (Fettleber zählt nicht dazu)
  • eingeschränkter Nierenfunktion

Mangelsymptome

Woran kann man einen Vitamin-D-Mangel erkennen?

Ein Mangel entwickelt sich häufig schleichend.

Häufige Symptome:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen bis Migräne
  • verlangsamtes Denken
  • Konzentrationsstörungen
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen

Immunsystem und Haut:

  • Haarausfall
  • brüchige Nägel
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Muskeln und Bewegungsapparat:

  • Muskelschwäche
  • Muskelschmerzen, Krämpfe
  • Gliederschmerzen
  • Rücken- und Knieschmerzen
  • verringerte Muskelkraft

Knochenstoffwechsel:

  • Knochenschmerzen
  • Knochenverformungen
  • verringerte Körpergröße
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse

Viele dieser Beschwerden können den Verlauf einer Parodontitis zusätzlich negativ beeinflussen.

Indikationen

Warum ist Vitamin D gerade bei Parodontitis so wichtig?

Zentrale Bedeutung für den Knochenstoffwechsel

Vitamin D nimmt eine entscheidende Rolle im Knochenstoffwechsel ein.

Es sorgt dafür, dass Calcium in den Knochen eingebaut werden kann und trägt damit wesentlich zur Stabilität des Kieferknochens bei.

Bei Parodontitis ist dieser Zusammenhang besonders wichtig:

Die Erkrankung führt dazu, dass der Kieferknochen bereits irreversibel angegriffen und abgebaut wird.

Um diesen Prozess bestmöglich zu bremsen und die verbleibende Knochensubstanz zu schützen, ist ein optimaler Vitamin-D-Spiegel von großer Bedeutung.

Aus diesem Grund ist es unsere medizinische Empfehlung, den Vitamin-D-Wert bei Parodontitis-Patienten zu bestimmen und – falls erforderlich – gezielt zu optimieren.

Vitamin D

Bedeutung speziell bei Parodontitis

Ein optimal eingestellter Vitamin-D-Spiegel kann bei Parodontitis dazu beitragen,

  • Entzündungen im Zahnfleisch zu reduzieren
  • die körpereigene Abwehr gegen parodontale Bakterien zu stärken
  • den weiteren Abbau von Kieferknochen zu verlangsamen
  • die Heilung nach Parodontalbehandlungen zu verbessern
  • den langfristigen Behandlungserfolg zu stabilisieren

Vitamin D ist somit ein wichtiger unterstützender Faktor, um die Ergebnisse Ihrer Parodontitis-Therapie zu verbessern.

Für wen empfehlen wir den Test besonders?

Vor allem bei:

  • Patienten mit neu diagnostizierter oder rezidivierender Parodontitis
  • Parodontitis in Verbindung mit Rauchen
    • Rauchen ist mit niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln assoziiert
    • und kann den Vitamin-D-Stoffwechsel negativ beeinflussen
  • wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen
  • fortschreitendem Knochenabbau
  • verzögerter Heilung
  • Zugehörigkeit zu Risikogruppen
  • In den Herbst- und Wintermonaten 

Ablauf

Mit welchem System testen wir?

Für die Vitamin-D-Bestimmung arbeiten wir mit dem Straumann / botissCARE-System.

Was ist das botissCARE-System?

Das botissCARE-Testsystem von Straumann ist speziell für die quantitative Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels direkt vor Ort entwickelt worden (Chair-side-Test).

  • Es basiert auf einem quantitativen Immunochromatographie-Test („Rapi-D“), mit dem der gesamte 25-OH-Vitamin-D-Wert im Blut gemessen wird – dies ist die standardisierte, aussagekräftige Form zur Bewertung Ihres Vitamin-D-Status.  
  • Gelesen wird das Ergebnis mit dem botissCARE Cube Reader – einem In-Vitro-Diagnostikgerät, das die Testergebnisse binnen Minuten quantitativ auswertet.  

So funktioniert der Test

1. Entnahme

Wenige Tropfen Kapillarblut werden aus der Fingerkuppe entnommen – minimal invasiv und schnell.  

Blutbild bei Vitamin D

2. Verarbeitung

Die Probe wird mit dem Testkit verarbeitet.  

3. Auslesen

Der Cube Reader ermittelt in ca. 15 Minuten Ihren individuellen 25-OH-Vitamin-D-Spiegel.  

Zuverlässigkeit des Ergebnisses

Das Testsystem ist nach dem diagnostischen Goldstandard der Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie (LC-MS/MS) genormt und zeigt eine hohe Übereinstimmung mit klassischen Laborverfahren – mit einer gemessenen Genauigkeit von ca. 98 %. 

Das bedeutet für Sie:

  • Sie erhalten wissenschaftlich belastbare Ergebnisse
  • Ohne lange Wartezeiten
  • Direkt im Praxisablauf
  • Grundlage für eine gezielte, individuelle Empfehlung

Ihr großer Vorteil in unserer Praxis

Alles in EINEM Termin

Anders als häufig beim Hausarzt erhalten Sie bei uns:

  • Test
  • Ergebnis
  • fachliche Interpretation
  • auf Sie persönlich abgestimmte Dosierung
  • Berücksichtigung Ihrer Parodontitis-Situation
  • klare, sofort umsetzbare Handlungsempfehlungen einschließlich Supplementierungsempfehlung

Es sind keine weiteren Termine oder Wartezeiten auf Laborbefunde notwendig.

Bereits vorhandene Vitamin D-Werte?

Wenn Sie bereits einen aktuellen Vitamin-D-Wert vom Hausarzt oder Apotheker haben:

Gern können Sie uns diesen in der entsprechenden Einheit mitteilen damit wir auf dessen Grundlage einen für Sie individuellen Supplementierungsplan erstellen können, um Ihren Vitamin D-Spiegel optimal einzustellen – ganz ohne erneuten Test.

Kosten - transparente und faire Abrechnung

Vitamin D Kosten

Die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels im Rahmen Ihrer Parodontitis-Behandlung zählt zu einer individuellen, medizinischen Zusatzleistung, die in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen wird.

Auch bei den meisten privaten Krankenversicherungen (PKV) besteht keine vollständige Kostendeckung – eine Erstattung hängt vom jeweiligen Tarif und den dort vereinbarten Leistungen ab.

Bitte klären Sie vorab mit Ihrer Krankenkasse, ob und in welchem Umfang eine Erstattung möglich ist.

1. Initialer Vitamin-D-Test (inkl. Material und Beratung)

Dieser Test umfasst:

  • Durchführung des Schnelltests
  • Materialkosten
  • Auswertung direkt vor Ort
  • persönliche Beratung
  • individuelle Empfehlung zur initialen Dosierung

📌 Gesamtkosten: 125,64 €

Diese Leistung wird als Privatzahlerleistung abgerechnet.

2. Auswertung vorhandener Laborwerte & Supplementierungsplan

Wenn Sie bereits einen aktuellen Vitamin-D-Befund (z. B. vom Hausarzt oder Apotheke) vorliegen haben, können wir auf dieser Grundlage:

  • den Wert fachlich bewerten
  • mit Ihnen besprechen,
  • und einen individuellen Supplementierungsplan erstellen

📌 Kosten für Auswertung und Empfehlung: 43,31 €

Auch diese Leistung wird privat in Rechnung gestellt.

3. Folge-Test nach Erreichen der Zieldosis zur Berechnung der Erhaltungsdosis

Ein zweiter Test wird empfohlen, sobald Ihr Vitamin-D-Wert auf das gewünschte zeitliche Niveau eingestellt wurde, um:

  • den aktuellen Status zu kontrollieren
  • die weitere Dosierung zu optimieren
  • Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden

Da bereits ein Befund vorliegt und keine ausführliche Beratung erforderlich ist, gelten folgende Konditionen:

📌 Gesamtkosten inkl. Material: 82,33 € 

Unser Ziel für Sie

Mit der Bestimmung und Optimierung Ihres Vitamin-D-Spiegels möchten wir:

  • Entzündungen besser kontrollieren
  • Heilungsprozesse unterstützen
  • den Kieferknochen schützen
  • den langfristigen Zahnerhalt fördern
  • Ihre allgemeine Gesundheit stärken

Der eigentliche Mehrwert liegt in der gezielten, individuellen Umsetzung – nicht nur in der Messung.

Exemplarisch

WAS UNSERE PATIENTEN ÜBER UNS SAGEN

FAQs – Häufig gestellte Fragen zu Vitamin D

Was ist Vitamin D und wofür braucht mein Körper es?

Vitamin D ist ein lebenswichtiges Hormon-Vitamin. Es unterstützt unter anderem:

  • den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen
  • die Aufnahme von Calcium und Phosphat
  • die Funktion des Immunsystems
  • die Regulation von Entzündungen

Gerade bei entzündlichen Erkrankungen wie Parodontitis hat Vitamin D daher eine besondere Bedeutung.

Gemessen wird der 25-Hydroxy-Vitamin-D-Wert (25-OH-Vitamin D).

Dieser Wert ist der international anerkannte Standard zur Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung.

Beim Hausarzt erfolgt häufig:

  • die Blutentnahme
  • die Laboranalyse
  • die Mitteilung des Wertes

Eine konkrete, individuell angepasste Dosierungsempfehlung bleibt oft aus.

Unser Mehrwert in der Zahnarztpraxis MINT ROOM:

  • sofortige Auswertung 
  • persönliche Beratung
  • Erstellung eines individuellen Supplementierungsplans
  • Berücksichtigung Ihrer Parodontitis-Situation

Test, Ergebnis und Umsetzung in EINEM Termin.

Wenn Sie bereits einen aktuellen Vitamin-D-Befund vom Hausarzt oder Apotheker besitzen:

  • bringen Sie diesen gern mit
  • oder teilen Sie uns den Wert mit

Wir werten den Befund aus und erstellen darauf basierend eine individuelle Empfehlung – ohne erneuten Test.

Der erste Test dient zur Festlegung der Anfangsdosierung.

Nach einer zeitlich definierten Supplementierungsphase empfehlen wir eine erneute Kontrolle, um:

  • den Erfolg der Einstellung zu überprüfen
  • die Dosierung bei Bedarf anzupassen
  • die Erhaltungsdosis zu definieren

Eine Einnahme ohne vorherige Messung ist nicht empfehlenswert.

Zu niedrige Dosierungen sind wirkungslos, zu hohe Dosierungen können schädlich sein.

Deshalb empfehlen wir immer:

Erst testen – dann gezielt supplementieren.

In der Regel nein.

Wenn Sie bereits regelmäßig Vitamin D einnehmen, ist es sinnvoll, die Einnahme vor dem Test nicht zu unterbrechen. Der Test soll Ihren aktuellen Versorgungsstatus widerspiegeln – also genau den Wert, der sich unter Ihrer bisherigen Einnahme eingestellt hat.

Unsere Empfehlung:

  • Nehmen Sie Ihr Vitamin-D-Präparat wie gewohnt weiter ein.
  • Der Test zeigt dann, ob Ihre aktuelle Dosierung ausreichend ist oder angepasst werden sollte.
  • So können wir Ihnen eine fundierte und individuelle Einnahmeempfehlung geben.

Ausnahme:

Falls Sie am Testtag sehr hochdosierte Präparate einnehmen, kann es sinnvoll sein, die Einnahme am Tag vor der Messung auszusetzen, um kurzfristige Spitzenwerte zu vermeiden. Eine längere Pause von mehreren Tagen ist in der Regel jedoch nicht notwendig.

Bei sachgerechter Dosierung ist Vitamin D sehr gut verträglich.

Eine deutliche Überdosierung kann jedoch zu einer sogenannten Hyperkalzämie führen.

Mögliche Symptome einer Vitamin-D-Überdosierung:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • extremer Durst
  • verstärktes Wasserlassen
  • Schwächegefühl
  • Hautausschlag
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Nierensteine
  • Hyperkalzämie
  • im Extremfall Nierenversagen

Aus diesem Grund ist eine kontrollierte Einnahme nach vorheriger Testung wichtig.

Eine Testung ist ganzjährig sinnvoll, besonders jedoch:

  • in Herbst und Winter
  • vor oder während einer Parodontitis-Behandlung
  • bei anhaltenden Beschwerden
  • bei Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe

Das hängt vom Ausgangswert ab.

Meist wird zunächst eine individuelle Anfangsdosierung empfohlen. Nach einigen Wochen bis Monaten erfolgt entsprechend der genau berechneten Zeitdauer eine Kontrollmessung, um den Erfolg zu überprüfen.

Nein. Vitamin D ersetzt keine zahnärztliche Behandlung.

Es ist jedoch ein wichtiger begleitender Faktor, der den Therapieerfolg deutlich unterstützen kann.

Das sorgt häufig für Verunsicherung – verständlich. Der entscheidende Punkt ist:

Die Warnhinweise auf Nahrungsergänzungsmitteln beziehen sich auf die bestimmungsgemäße Verwendung als Lebensmittel und richten sich an gesunde Menschen – nicht an die gezielte Einstellung eines gemessenen Mangels oder eines erhöhten Bedarfs. 

Warum steht dieser Hinweis auf Nahrungsergänzungsmitteln?

Vitamin-D-Produkte sind meist Nahrungsergänzungsmittel (NEM) und zählen rechtlich zu Lebensmitteln, nicht zu Arzneimitteln. Für NEM gibt es keine Arzneimittel-Zulassung: Sie müssen vor dem Verkauf beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden; das BVL prüft oder bewertet das Produkt dabei nicht wie eine Arzneimittelbehörde. 

Was ist der Unterschied zu Arzneimitteln?

Arzneimittel müssen vor dem Inverkehrbringen eine behördliche Zulassung durchlaufen (u. a. Nachweise zu Qualität/Sicherheit/Wirkung je nach Zulassungsweg). Nahrungsergänzungsmittel dagegen laufen über das Lebensmittelrecht (Kennzeichnung, zulässige Aussagen, Verantwortung liegt beim Hersteller; Kontrolle durch Behörden im Rahmen der Lebensmittelüberwachung). 

Und warum kann trotzdem „mehr als 800 I.E.“ sinnvoll sein?

Weil es einen Unterschied gibt zwischen:

  • Erhaltungszufuhr für gesunde Menschen
  • gezielter Korrektur bei niedrigen Blutwerten/ erhöhtem Bedarf (z. B. Parodontitis, Entzündung, Risikofaktoren)

Dazu helfen die Begriffe RDA, UL und NOEL/NOAEL (siehe nächste Fragen).

RDA bezeichnet die tägliche Zufuhrmenge, die den Bedarf von nahezu allen gesunden Menschen decken soll.

In Deutschland nennt die  Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Referenzwert zur angemessenen Zufuhr (bei fehlender Eigenproduktion) 20 µg Vitamin D pro Tag, das entspricht 800 I.E. pro Tag. 

  • Die RDA/Referenzwerte sind nicht primär als „Therapiedosis“ gedacht.
  • Bei Parodontitis liegt eine chronisch entzündliche Erkrankung vor – damit ist die Situation nicht mit „gesund“ gleichzusetzen. 

Der UL ist die tolerierbare obere Aufnahmemenge:

Die höchste tägliche Gesamtzufuhr, bei der bei langfristiger Einnahme für die Allgemeinbevölkerung keine unerwünschten Effekte zu erwarten sind.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority – EFSA) setzt für Erwachsene den UL für Vitamin D bei 100 µg/Tag an – das entspricht 4.000 I.E./Tag. 

Das ist der Grund, warum viele seriöse Empfehlungen zur sicheren Obergrenze häufig „4.000 I.E.“ nennen.

NOEL (No Observed Effect Level) bzw. häufiger NOAEL (No Observed Adverse Effect Level) sind toxikologische Begriffe. Sie beschreiben Dosierungen, bei denen in Studien keine (schädlichen) Effekte beobachtet wurden.

Für die praktische Patientenkommunikation reicht meist diese Einordnung:

  • UL ist die alltagstaugliche, behördlich abgeleitete „sichere Obergrenze“ für die Bevölkerung (langfristig).
  • NOEL/NOAEL sind wissenschaftliche Grundlagenbegriffe, die zeigen, dass Sicherheitsbewertungen auf Daten beruhen und Vitamin D bei korrekter Anwendung einen breiten Sicherheitsrahmen hat.

(Quelle für Sicherheits- und Dosisbewertung – EFSA-UL-Bewertung) 

Vitamin D wird meist in:

  • I.E. / IU (Internationale Einheiten) oder
  • µg (Mikrogramm) angegeben.

Die gängige Umrechnung:

  • 1 µg Vitamin D = 40 I.E.
  • 800 I.E. = 20 µg
  • 4.000 I.E. = 100 µg

Ein paar einfache Punkte verbessern die Verträglichkeit und die Aufnahme:

  • Mit einer Mahlzeit einnehmen, idealerweise nicht komplett nüchtern, denn Vitamin D ist fettlöslich und wird mit Nahrung (insbesondere etwas Fett/Öl) besser aufgenommen.  
  • Regelmäßigkeit ist wichtiger als „gelegentlich sehr viel“.
  • Wenn Sie Medikamente einnehmen oder relevante Vorerkrankungen haben (z. B. Nieren-/Nebenschilddrüse/Herzglykoside), sollte die Supplementierung ärztlich abgestimmt erfolgen.

Oft wird hier Erhaltungszufuhr (RDA) mit therapeutischer Korrektur verwechselt – oder es wird pauschal aus Vorsicht argumentiert, ohne den Blutwert zu kennen.

  • Wir orientieren uns nicht an pauschalen Aussagen, sondern an Messwert, Risikoprofil und Zielbereich.
  • Wir erklären transparent den Rahmen: RDA (800 I.E.) als Basis für „gesund“, UL (4.000 I.E.) als tolerierbar und NOAEL als kurz- oder mittelfristige Obergrenze – und passen individuell an.  

Nach den Referenzwerten von DGE und RKI gilt:

Serumwerte über 150 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) gelten als potenziell toxisch bzw. vergiftend.

Solche Werte werden in der Praxis fast ausschließlich durch langfristig deutlich zu hohe Supplementierungen erreicht – nicht durch Sonnenlicht oder normale Ernährung.

Werte in diesem Bereich können zu einer Hyperkalzämie führen und sollten unbedingt medizinisch abgeklärt werden.

Aus wissenschaftlicher Sicht gilt:

Bei Serumwerten unter 30 ng/ml ist die Calciumaufnahme unzureichend.

Das bedeutet:

  • Der Körper kann Calcium nicht optimal verwerten
  • Knochenstoffwechsel und Immunfunktion arbeiten eingeschränkt
  • Heilungsprozesse – auch im Zahnhalteapparat – können negativ beeinflusst werden

Gerade für Parodontitis-Patienten ist dieser Bereich daher besonders relevant.

Die wissenschaftliche Einteilung lautet:

  • Serumwerte zwischen 28–30 ng/ml:
    Normale Funktion des Parathormons (Nebenschilddrüsenhormon)
  • Serumwerte über 30 ng/ml:
    Normale und ausreichende Calciumaufnahme

Ab diesem Bereich können die wichtigsten physiologischen Funktionen von Vitamin D zuverlässig erfüllt werden.

Interessant ist der Blick auf ursprüngliche, naturbelassene Bevölkerungsgruppen:

Serumwerte um etwa 46 ng/ml werden als der typische Normalwert von ursprünglich lebenden Menschen angesehen.

Dieser Wert liegt deutlich über den in Mitteleuropa häufig gemessenen Durchschnittswerten und wird von vielen Fachleuten als ein physiologisch günstiger Zielbereich betrachtet.

Zur besseren Orientierung kann man die Bereiche vereinfacht so zusammenfassen:

  • < 12 ng/ml: ausgeprägter Mangel
  • 12–20 ng/ml: unzureichende Versorgung
  • < 30 ng/ml: Calciumaufnahme eingeschränkt
  • 28–30 ng/ml: Parathormon arbeitet normal
  • > 30 ng/ml: ausreichende Versorgung und normale Funktion
  • Verbesserung von Attachmentverlust und Taschentiefe währendeiner nicht-chirurgischen Parodontitisbehandlung, Erhöhte Konzentration der Vitamin D-Rezeptoren im parodontalen Ligamentgewebe , 20% geringere Inzidenz von Zahnverlust und Parodontitis, Verbesserung der Blutlipidwerte und Reduktion von Frühgeburten und neonatalen Erkrankungen bei Frauen mit Gestationsdiabetes, Bessere Kontrolle von Typ 2 Diabetes und autoimmunen Erkrankungen wie Hashimoto-Thyredoiditis mit einer Verbesserung der Symptome und Verringerung der Krankheitsaktivität, Verringertes Risiko für die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes, Minderung der Krankheitsaktivität und Reduktion des Risikos fürAtemwegserkrankungen (bspw. Erkältungen, Grippe),Autoimmunerkrankungen (bspw. Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis), und neurodegenerative Erkrankungen (bspw. Alzheimer,Parkinson), Calcium wird mit der normalen Aufnahmerate von 30- 40 % aus demDarm resorbiert
  • >32 ng/ml 26%ige Verbesserung der Taschentiefe als bei rein mechanischer PA-Behandlung
  • >36 ng/ml Antientzündlicher Effekt von Vitamin D bei Gingivitis tritt ein
  • ca. 40–50 ng/ml: häufig als optimaler Zielbereich angesehen
  • > 150 ng/ml: potenziell toxischer Bereich

Bei Parodontitis liegt eine chronische Entzündung mit Knochenbeteiligung vor.

Damit der Körper:

  • Calcium optimal nutzen kann
  • Knochenstoffwechsel stabil bleibt
  • Entzündungen reguliert werden
  • Heilungsprozesse unterstützt werden

ist ein Wert von mindestens über 30 ng/ml ideal 50 ng/ ml aus medizinischer Sicht sinnvoll.

Genau.

Viele offizielle Grenzwerte definieren 20 ng/ml als „noch akzeptabel“.

Aus funktioneller und parodontaler Sicht gilt jedoch:

Erst ab Werten über 30 ng/ml arbeitet der Körper wirklich optimal.

Deshalb orientieren wir uns in unserer Praxis an einem funktionellen Zielbereich und nicht nur an Minimalgrenzen.

Für gesundes Zahnfleisch, stabile Zähne und mehr Lebensqualität. Sprechen Sie uns gern an – wir beraten Sie persönlich und individuell.